Cremefarbener Maltipoo wird nach einem Spaziergang auf Zecken kontrolliert.

Zecken beim Hund

Zecken beim Hund: Wie Mama fast paranoid wurde

Ein kleiner schwarzer Punkt kann ganz schön viel auslösen

Hallo, ich bin Gino.

Ein kleiner Maltipoo mit flauschigem Fell, grossen Knopfaugen und offenbar einer besonderen Begabung dafür, Zecken anzuziehen.

Zumindest haben meine Menschen manchmal diesen Eindruck.

Wenn du mich fragst, gehe ich einfach gerne durch Gras, Büsche und Wälder. Genau dort, wo Hunde nun einmal gerne unterwegs sind. Leider sehen das Zecken offenbar genauso.

Heute erzähle ich dir von unseren Erfahrungen mit Zecken, warum meine Menschen inzwischen mehrere Zeckenzangen besitzen, weshalb ein Tierarzt-Anruf an Karfreitag für grosse Erleichterung sorgte und warum Frauchen diesen Frühling zeitweise fast schon eine kleine Zecken-Paranoia entwickelt hat.

Maltipoo im Garten während seine Familie die erste Zecke entdeckt.
Die erste Zecke

Unsere erste Zecke kam aus dem eigenen Garten

Die erste Zecke entdeckten meine Menschen bereits wenige Wochen nach meinem Einzug.

Und das Verrückte daran?

Sie kam nicht aus einem Waldspaziergang. Nicht von einer Wanderung. Nicht von einem Abenteuer im hohen Gras.

Sondern aus unserem eigenen Garten.

Damals waren meine Menschen noch völlig unerfahren. Sie wussten zwar, dass Hunde Zecken bekommen können, hatten sich aber noch nie ernsthaft mit dem Thema beschäftigt. Entsprechend gross war die Überraschung, als plötzlich eine Zecke in meinem Fell entdeckt wurde.

Das nächste Problem liess nicht lange auf sich warten:

Wir besassen gar keine Zeckenzange.

Während Frauchen zuhause nervös wurde und Google vermutlich auf Höchstleistung lief, setzte sich Herrchen ins Auto und fuhr direkt in ein Tiergeschäft, um eine Zeckenzange zu kaufen.

Kaum war er zurück, musste ich stillhalten. Die Zecke wurde entfernt und alle waren erleichtert.

Zumindest vorerst.

Warum Zecken heute ein grösseres Thema sind als früher

Viele Hundebesitzer haben das Gefühl, dass Zecken in den letzten Jahren häufiger geworden sind. Tatsächlich beobachten Fachleute seit Jahren, dass sich Zecken in vielen Regionen Europas weiter ausbreiten.

Ein wichtiger Grund dafür sind die milderen Winter. Früher waren Zecken oft nur zwischen Frühling und Herbst aktiv. Heute können sie in der Schweiz, Deutschland und Österreich teilweise bereits an milden Wintertagen aktiv werden.

Hinzu kommt, dass sich bestimmte Zeckenarten in neue Regionen ausbreiten und dadurch Krankheiten auftreten können, die früher kaum eine Rolle spielten.

Für Hundebesitzer bedeutet das: Die klassische Zeckensaison beginnt häufig bereits im Frühling und kann bis weit in den Herbst hinein dauern.

Zeckenzange liegt neben Hundezubehör auf einem Tisch.
Zeckenzange im Einsatz

Warum Zecken nicht nur lästig, sondern auch gefährlich sein können

Viele Zeckenstiche verlaufen glücklicherweise völlig problemlos. Trotzdem nehmen Tierärzte das Thema sehr ernst. Der Grund ist einfach: Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen.

Zu den wichtigsten Erkrankungen beim Hund gehören:

  • Borreliose
  • Anaplasmose
  • Babesiose
  • Ehrlichiose

Die Symptome können sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Hunde zeigen zunächst gar keine Anzeichen. Andere entwickeln Fieber, wirken müde, verlieren den Appetit oder zeigen plötzlich Lahmheiten und Gelenkschmerzen.

Auch Menschen können durch Zecken krank werden.

Besonders bekannt sind:

  • Borreliose
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Gerade die Schweiz, Süddeutschland und grosse Teile Österreichs gelten als bekannte FSME-Risikogebiete.

Wichtig ist dabei zu wissen:

Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger. Aber man weiss eben nie, welche Zecke infiziert ist und welche nicht. Genau diese Unsicherheit beschäftigt viele Hundebesitzer. Und irgendwann auch Frauchen.

Die Zecke, die alles veränderte

Der eigentliche Schreckmoment kam an Karfreitag.

Wir wollten am nächsten Tag verreisen und alles war vorbereitet. Die Taschen waren gepackt, die Vorfreude war gross und eigentlich hätte es ein entspannter Feiertag werden sollen.

Dann kraulte Frauchen mich unter dem Kinn und bemerkte etwas Merkwürdiges. Zuerst dachte sie, ein Sonnenblumenkern hätte sich irgendwie in meinem Fell verfangen. Das wäre auch deutlich angenehmer gewesen. Denn als sie genauer hinschaute, wurde schnell klar:

Das war kein Sonnenblumenkern. Das war eine Zecke.

Und zwar eine ziemlich grosse. Sie hatte sich direkt unter meinem Mund festgesaugt. Die Stelle war bereits leicht gerötet und offenbar schon seit einiger Zeit besetzt.

Frauchen wurde schlagartig nervös.

Der Versuch, die Zecke zu entfernen

Natürlich wollten meine Menschen die Zecke sofort entfernen. Zumindest war das der Plan. Leider hatte ich von diesem Plan nichts gehalten. Je mehr Frauchen versuchte, die Zecke zu erwischen, desto weniger Lust hatte ich stillzuhalten.

Was folgte, war eine Mischung aus Hund, Zeckenzange, Nervosität und leichter Verzweiflung. Nach mehreren Versuchen wurde klar: So kommen wir nicht weiter.

Die Gefahr, dass die Zecke unsauber entfernt wird oder ich plötzlich den Kopf bewege, wurde immer grösser.

Der beruhigendste Tierarzt-Anruf überhaupt

Weil Feiertag war und wir am nächsten Tag verreisen wollten, griff Frauchen schliesslich zum Telefon und rief die Notfallnummer unseres Tierarztes an.

Rückblickend war das wahrscheinlich die beste Entscheidung des Tages.

Der Tierarzt nahm sich viel Zeit, hörte sich die Situation genau an und erklärte zunächst einmal die wichtigsten Risiken. Vor allem aber schaffte er etwas, das in diesem Moment fast noch wichtiger war:

Er beruhigte Frauchen.

Anschliessend gab er einen Rat, mit dem niemand gerechnet hatte.

Da wir noch eine Zeckenschutz-Tablette zuhause hatten, empfahl er, die Zecke vorerst in Ruhe zu lassen, die Tablette zu verabreichen und die Situation zu beobachten.

Also bekam ich meine Tablette.

Und dann hiess es warten.

Zwei Tage später konnten wir endlich aufatmen

In den nächsten zwei Tagen wurde ich vermutlich häufiger kontrolliert als jemals zuvor in meinem Leben.

Frauchen prüfte die Stelle immer wieder.

  • Morgens.
  • Mittags.
  • Abends.

Und wahrscheinlich noch ein paar Mal dazwischen.

Dann lag die Zecke plötzlich auf dem Boden.

Tot.

Einfach so.

Die Tablette hatte ihre Wirkung getan und die Zecke war abgefallen.

Die Erleichterung war riesig.

Nicht nur bei meinen Menschen.

Auch ich war froh, dass niemand mehr versuchte, in meinem Gesicht herumzuarbeiten.

Maltipoo wird nach einem Waldspaziergang gründlich untersucht.
Zeckenkontrolle nach dem Wald

Dann kam der Waldspaziergang

Die Geschichte hätte eigentlich hier enden können.

Doch einige Wochen später machten wir einen Spaziergang im Wald. Als wir nach Hause kamen, begann die übliche Fellkontrolle. Und plötzlich entdeckten meine Menschen eine Zecke.

Dann noch eine. Dann noch eine. Und noch eine.

In meinem wuscheligen Fell sind Zecken leider nicht immer sofort sichtbar. Zum Glück hatten sich die meisten noch nicht festgebissen und konnten rechtzeitig entfernt werden.

Trotzdem war dieser Moment für Frauchen ein kleiner Schock.

Die Zeit der Zecken-Paranoia

Nach diesem Erlebnis begann etwas, das vermutlich viele Hundebesitzer kennen.

Frauchen kontrollierte mich nach jedem Spaziergang. Danach nochmals. Und manchmal sicherheitshalber ein drittes Mal.

Plötzlich schien überall eine Zecke lauern zu können. Im Garten. Im Wald. Auf der Terrasse. Auf dem Sofa. Oder vielleicht sogar auf einem Familienmitglied.

Die Vorstellung, dass Zecken vom Hund auf den Menschen gelangen könnten, beschäftigte sie enorm. Vor allem deshalb, weil wir in einer Region leben, in der Zecken sehr häufig vorkommen.

Was uns letztlich geholfen hat

Irgendwann fiel Frauchen etwas auf.

Die vielen Zecken waren genau gegen Ende des Zeitraums aufgetreten, in dem die Wirkung meiner letzten Schutztablette langsam nachliess.

Wir geben die Tabletten regelmässig etwa alle vier bis sechs Wochen. Als der Zeitraum fast abgelaufen war, wurden die Zecken plötzlich wieder deutlich häufiger.

Nachdem ich die nächste Tablette erhalten hatte, änderte sich die Situation erstaunlich schnell. Schon kurze Zeit später brachten wir deutlich weniger Zecken nach Hause.

Seitdem halten wir uns konsequent an den Schutzplan unseres Tierarztes.

Auf Hausmittel wie Kokosöl, Bernsteinketten oder ähnliche Tipps verlassen wir uns persönlich nicht. Dafür ist uns das Risiko einfach zu gross.

Entspannter Maltipoo liegt im Garten nach erfolgreichem Zeckenschutz.
Zeckenschutz gibt Sicherheit

Was wir anderen Hundebesitzern mitgeben würden

Wenn wir in den letzten Monaten etwas gelernt haben, dann Folgendes:

Zecken gehören leider zum Alltag vieler Hunde.

Aber Panik hilft nicht.

Eine gute Vorbereitung schon.

Dazu gehören für uns:

  • eine Zeckenzange zuhause
  • regelmässige Fellkontrollen
  • eine gute Beratung durch den Tierarzt
  • ein passender Zeckenschutz
  • und ein kühler Kopf, wenn doch einmal eine Zecke auftaucht

Denn die allermeisten Situationen lassen sich gut lösen.

Fazit: Zecken sind klein, die Sorgen manchmal gross

Vor einem Jahr wussten meine Menschen noch kaum etwas über Zecken.

Heute besitzen sie mehrere Zeckenzangen, kennen die Notfallnummer unseres Tierarztes auswendig und kontrollieren mein Fell regelmässig nach jedem Spaziergang.

Vor allem Frauchen hat in diesem Frühling viel gelernt.Auch wenn sie zugeben würde, dass sie zwischenzeitlich vielleicht ein kleines bisschen übervorsichtig geworden ist.

Aber ganz ehrlich?

Wenn man seinen Hund liebt, schaut man lieber einmal zu viel nach einer Zecke als einmal zu wenig.

Liebe Grüsse

Gino 🐾

 

 

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