Stubenreinheit beim Welpen: Unsere Erfahrungen

Stubenreinheit beim Welpen

Stubenreinheit beim Welpen: Unsere grössten Fehler und Learnings

Früher hatte ich ein besonderes Talent

Hallo, ich bin Gino.

Ein kleiner Maltipoo mit flauschigem Fell, grossen Knopfaugen und einer bemerkenswerten Fähigkeit, meine Menschen zur Verzweiflung zu bringen.

Zumindest in den ersten Wochen.

Denn immer wenn Frauchen dachte, jetzt müsse ich dringend Pipi machen, passierte draussen genau nichts. Ich schnupperte, beobachtete die Umgebung, entdeckte spannende Blätter und analysierte Grashalme.

Draussen war alles spannender
Draussen war alles spannender

Und kaum waren wir wieder im Wohnzimmer, konnte ich mich endlich entspannen.

Frauchen fand dieses Talent deutlich weniger lustig als ich.

Wir wollten alles richtig machen

Schon bevor ich eingezogen bin, hatten meine Menschen gelesen, wie wichtig Stubenreinheit bei einem Welpen ist. Also machten sie alles so, wie es empfohlen wurde. Nach jedem Schlafen ging es nach draussen. Nach dem Spielen ging es nach draussen. Nach dem Fressen ging es nach draussen. Und zwischendurch sicherheitshalber auch noch einmal.

Trotzdem gab es Pfützen. Viele Pfützen.

Dabei hatte alles eigentlich vielversprechend begonnen. Als ich an meinem ersten Tag zuhause ankam, schaffte ich mein erstes Pipi sogar direkt im Garten. Warum meine Familie damals dachte, wir hätten das Thema Stubenreinheit bereits im Griff, erzählen wir übrigens im Artikel „Welpe zieht ein: Unsere Familien-Checkliste für die ersten Tage“.

Das Wohnzimmer wurde zur Gefahrenzone

Die meisten Unfälle passierten bei uns im Wohnzimmer. Genauer gesagt in unserem grossen offenen Wohnbereich mit Küche, Esszimmer und Wohnzimmer.

Der Rest des Hauses war durch Absperrgitter geschützt. Nicht unbedingt vor mir. Sondern eher vor meinem Pipi.

Meine Menschen wollten verhindern, dass ich im ganzen Haus meine Spuren hinterlasse. Besonders auf dem Parkettboden, der leider nicht besonders verzeihend ist.

Heute verstehe ich das.

Damals sah ich das etwas lockerer.

Frauchen und der Putzlappen

Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, habe ich ein ganz bestimmtes Bild vor Augen: Frauchen mit Putzlappen, Reinigungsspray und einem leicht verzweifelten Gesichtsausdruck.

Kaum war eine Pfütze beseitigt, schien die nächste schon irgendwo zu lauern. Frauchen hatte gelesen, dass man Urin gründlich entfernen sollte, damit Hunde den Geruch nicht wieder wahrnehmen und denselben Platz erneut benutzen. Ob das wirklich jede einzelne Pfütze verhindert hat, weiss ich nicht. Aber der Fussboden war wahrscheinlich nie sauberer als in diesen Wochen.

Ähnlich chaotisch verlief übrigens auch unsere erste gemeinsame Nacht. Warum meine Familie deutlich weniger geschlafen hat als ich, erzählen wir im Artikel „Die erste Nacht mit Gino: Warum wir nervöser waren als er“.

Frauchen und der Putzlappen
Frauchen und der Putzlappen

Warum wir oft zu spät waren

Rückblickend gab es durchaus Signale. Nur waren sie anfangs schwer zu erkennen.

Wenn ich ganz klein war, wurde ich oft etwas unruhig. Meine Menschen interpretierten das richtig und brachten mich sofort nach draussen. Das Problem war nur, dass draussen die Welt unglaublich spannend war. Es gab Gerüche, Geräusche, Blätter, Menschen, Vögel und hundert andere Dinge, die wichtiger waren als Pipi machen.

Also machte ich draussen nichts und erledigte mein Geschäft kurz nach der Rückkehr ins Wohnzimmer. Nicht aus Bosheit. Einfach weil ich mich dort entspannen konnte.

Der Durchbruch kam schleichend

Viele neue Hundebesitzer hoffen auf einen magischen Moment. Einen Tag, an dem der Welpe plötzlich alles versteht.

Bei uns war das anders. Die Unfälle wurden einfach langsam weniger. Woche für Woche. Pfütze für Pfütze.

Irgendwann bemerkten meine Menschen, dass etwas anders war. Ich begann, vor der Terrassentür zu sitzen. Manchmal gab ich einen Laut von mir, manchmal nicht. Aber ich wartete dort.

Und irgendwann verstanden meine Menschen, was ich ihnen sagen wollte. Rückblickend war das wahrscheinlich einer der Momente, in denen wir als Team gelernt haben, miteinander zu kommunizieren.

Was uns wirklich geholfen hat

Wenn wir heute zurückblicken, würden wir diese Dinge wieder genauso machen:

✔ Nach dem Schlafen direkt nach draussen gehen.

✔ Draussen ausgiebig loben.

✔ Geduldig bleiben.

✔ Kleine Fortschritte feiern.

✔ Rückschläge akzeptieren.

Besonders wichtig war das Lob. Immer wenn ich draussen erfolgreich war, freuten sich meine Menschen riesig. Ich hatte zwar nicht immer verstanden, warum sie so begeistert waren. Aber die gute Stimmung gefiel mir.

Unser grösster Fehler

Eigentlich war es gar kein echter Fehler. Es war eher eine falsche Erwartung. Wir dachten, wenn wir alles richtig machen, würde die Stubenreinheit schnell funktionieren.

Heute wissen wir: Jeder Hund hat sein eigenes Tempo. Manche lernen es schneller. Andere brauchen länger.

Und das bedeutet nicht automatisch, dass man etwas falsch macht.

Wann war ich stubenrein?

Ganz ehrlich?

Niemand kann heute mehr genau sagen, an welchem Tag es passiert ist. Es gab keinen grossen Durchbruch. Keine feierliche Zeremonie. Keine Urkunde. Es wurden einfach immer weniger Unfälle. Und irgendwann fiel uns auf, dass schon lange keine Pfütze mehr aufgetaucht war.

Wenn wir schätzen müssten, würden wir sagen: Nach etwa sechs bis acht Wochen wurde es deutlich besser.

Heute sitze ich vor der Terrassentür
Heute sitze ich vor der Terrassentür

Unser Tipp für andere Welpenfamilien

Wenn ihr gerade täglich mit Putzlappen und Reinigungsspray unterwegs seid, möchten wir euch vor allem eines sagen: Habt Geduld.

Euer Welpe macht das nicht absichtlich. Er lernt gerade etwas völlig Neues. Bleibt konsequent, lobt kleine Fortschritte und versucht, nicht bei jeder Pfütze zu verzweifeln.

Denn irgendwann passiert etwas Erstaunliches. Plötzlich sitzt euer Hund vor der Tür, schaut euch an und ihr merkt:

Er hat es verstanden.

Fazit

Heute sitze ich immer noch vor der Terrassentür, wenn ich nach draussen möchte. Manchmal fiepe ich. Manchmal nicht. Meine Menschen verstehen mich inzwischen ziemlich gut.

Dafür brauchten wir allerdings einige Wochen, viele Putzlappen und vermutlich mehrere Liter Reinigungsspray.

Wenn ich heute zurückblicke, war die Stubenreinheit keine Frage des perfekten Trainings. Sie war eine Mischung aus Geduld, Wiederholung und gegenseitigem Lernen.

Und genau deshalb würde ich sagen: Frauchen hat das damals ziemlich gut gemacht. Auch wenn sie das selbst nicht immer so gesehen hat.

Liebe Grüsse

Euer Gino 🐾

 

PS:
Rückblickend merkten meine Menschen übrigens auch schnell, dass nicht die perfekte Ausstattung entscheidend war. Welche Dinge wir wirklich gebraucht haben und welche kaum zum Einsatz kamen, erzählen wir im Artikel „Das braucht ein Welpe wirklich (und das nicht)“.

Und falls ihr euch noch ganz am Anfang der Reise befindet und überlegt, ob ein Hund überhaupt zu eurer Familie passt, empfehlen wir euch auch unseren Artikel „Mein Kind wünscht sich einen Hund – und jetzt?“.

 

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