Kleiner Maltipoo sitzt aufmerksam im Wartezimmer einer Tierarztpraxis.

Unser erster Tierarztbesuch

Unser erster Tierarztbesuch: Viel Aufregung, viele Fragen und eine kleine Reise, die nicht stattfinden konnte

Ein Tierarztbesuch, der alles verändern sollte

Hallo, ich bin Gino.

Ein kleiner Maltipoo mit flauschigem Fell, grossen Knopfaugen und damals noch überhaupt keiner Ahnung, was ein Tierarzt eigentlich ist.

Eines Tages packten meine Menschen mich ins Auto und fuhren mit mir in ein Nachbardorf. Ich war neugierig, ein bisschen aufgeregt und ziemlich sicher, dass wir etwas Spannendes erleben würden.

Damit hatte ich sogar recht.

Denn dieser erste Tierarztbesuch war nicht nur eine Kontrolle. Er war der Beginn einer Beziehung, die bis heute anhält. Und rückblickend waren meine Menschen wahrscheinlich nervöser als ich.

Heute erzähle ich dir von meinem ersten Tierarztbesuch, warum die geplanten Ferien in Italien plötzlich nicht mehr möglich waren und worauf wir bei der Wahl unseres Tierarztes geachtet haben.

Warum wir so früh zum Tierarzt gegangen sind

Ganz streng genommen war es nicht mein allererster Tierarztbesuch.

Noch bevor ich bei meiner Familie eingezogen bin, war ich bereits mit meiner Züchterin beim Tierarzt. Dort wurde ich gechippt, untersucht und erhielt meine ersten Impfungen.

Meine Menschen waren bei diesem Termin allerdings nicht dabei. Für sie war der Besuch in der Tierarztpraxis im Nachbardorf deshalb der erste Tierarztbesuch mit mir und entsprechend aufregend.

Kurz nachdem ich eingezogen war, machten sie sich auf die Suche nach einer Tierarztpraxis, der sie langfristig vertrauen konnten. Schliesslich weiss man als Ersthund-Familie nie genau, welche Fragen oder kleinen Notfälle in den nächsten Monaten auf einen zukommen.

Kurz zuvor war ich erst bei meiner neuen Familie eingezogen. Wie aufregend diese ersten Tage waren, kannst du übrigens in den Artikeln „Die erste Nacht mit unserem Welpen“ und Welpe zieht ein: Unsere Familien-Checkliste“ nachlesen.

Zum Glück gibt es in unserer Region mehrere Tierarztpraxen. Nach einigen Empfehlungen entschieden sich meine Menschen für eine Praxis im Nachbardorf. Heute können wir sagen: Das war eine richtig gute Entscheidung.

Tiermedizinische Praxisassistentin spricht liebevoll mit einem kleinen Maltipoo.
Vertrauen von Anfang an

Der erste Eindruck zählt

Schon beim ersten Besuch fühlten sich meine Menschen willkommen.

Gerade als Ersthund-Familie hat man viele Fragen. Man möchte nichts falsch machen und sucht jemanden, dem man vertrauen kann.

Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist uns die herzliche Art des gesamten Teams. Jeder nahm sich Zeit für mich, sprach ruhig mit mir und sorgte dafür, dass ich mich wohlfühlte.

Und dann war da noch Frau B.

Sie kümmerte sich besonders liebevoll um mich, hielt mich während der Untersuchung fest, sprach beruhigend auf mich ein und hatte offenbar sofort verstanden, wie man das Herz eines kleinen Maltipoos gewinnt.

Ehrlich gesagt bin ich bis heute ein kleines bisschen verliebt in Frau B.

Jedes Mal, wenn wir wieder in die Praxis müssen, freue ich mich auf das Wiedersehen. Ob wegen einer Impfung, einer Augenentzündung, meinem gelegentlich empfindlichen Magen oder einfach nur, um Futter abzuholen – Frau B. gehört inzwischen fest zu meinen Lieblingsmenschen.

Gerade als Ersthund-Familie war es für meine Menschen unglaublich beruhigend, eine Anlaufstelle für alle grossen und kleinen Fragen zu haben. Viele dieser Fragen tauchten bereits kurz nach meinem Einzug auf, als wir uns noch mit Themen wie „Stubenreinheit beim Welpen“ und „Das braucht ein Welpe wirklich“ beschäftigten.

Die grosse Überraschung: Italien musste warten

Ein wichtiges Thema beim ersten Besuch war die Tollwutimpfung.

Eigentlich hatten meine Menschen geplant, im Sommer mit mir nach Italien zu reisen. Deshalb wollten sie frühzeitig wissen, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen.

Dabei erfuhren sie etwas, das viele Ersthund-Besitzer nicht wissen.

Für Reisen innerhalb Europas benötigen Hunde in der Regel:

• einen Mikrochip
• einen gültigen Heimtierausweis
• eine gültige Tollwutimpfung

Die Tollwutimpfung darf nämlich nicht beliebig früh verabreicht werden. In der Schweiz und den meisten europäischen Ländern kann die erste Tollwutimpfung frühestens im Alter von 12 Wochen erfolgen.

Doch damit nicht genug.

Nach der ersten Tollwutimpfung gilt zusätzlich eine Wartefrist von 21 Tagen, bevor ein Hund in viele europäische Länder einreisen darf.

Zwischen Geburt, Impfzeitpunkt und Wartefrist kommen also schnell mehrere Wochen zusammen. Da unsere Reisepläne recht kurzfristig waren, konnten die geplanten Ferien in Italien damals leider nicht stattfinden.

Familie plant Ferien mit Hund und informiert sich über Einreisebestimmungen.
Reisepläne mit Hund

Heute würden meine Menschen sagen: Lieber früh informieren als kurz vor der Abreise eine unangenehme Überraschung erleben.

Mittlerweile planen wir unsere erste Reise nach Italien deutlich entspannter. Wie wir uns auf unsere ersten Ferien am Gardasee vorbereiten, erzählen wir im Artikel „Ferien mit Hund: Unsere Vorbereitungen für den Gardasee“ (folgt).

Warum die Tollwutimpfung so wichtig ist

Die Schweiz gilt wie viele europäische Länder als tollwutfrei.

In anderen Regionen der Welt kommt die Krankheit jedoch weiterhin vor.

Tollwut gehört zu den gefährlichsten Viruskrankheiten überhaupt. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, verläuft sie praktisch immer tödlich.

Deshalb gelten bei internationalen Reisen strenge Vorschriften.

Für Hundebesitzer bedeutet das:

Wer Ferien mit Hund plant, sollte sich frühzeitig über die Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes informieren.

Maltipoo beim ersten Tierarztbesuch in einer freundlichen Tierarztpraxis.
Wieder beim Tierarzt

Aus einem Besuch wurden viele Besuche

Damals dachten meine Menschen noch, dass wir den Tierarzt wahrscheinlich nur für Impfungen sehen würden.

Das war ein kleiner Irrtum.

In meinem ersten Jahr gab es einige weitere Besuche.

Wir waren dort wegen:

• Impfungen
• Magenproblemen
• Durchfall
• einer Augenentzündung
• einer zweiten Augenentzündung
• einem Zeckenbiss
• und manchmal einfach, um spezielles Futter abzuholen

Mein Magen scheint nämlich gelegentlich eigene Pläne zu haben.

Besonders mein empfindlicher Magen sorgte dafür, dass wir die Praxis besser kennenlernten als ursprünglich geplant. Meine Menschen haben inzwischen gelernt, dass ein Hund manchmal genauso überraschend sein kann wie ein Kind.

Trotzdem verliefen die Besuche immer entspannt. Das lag sicher auch daran, dass wir von Anfang an positive Erfahrungen gemacht hatten.

So erkennst du einen guten Tierarzt

Natürlich ist jede Familie anders und jede Region bietet unterschiedliche Möglichkeiten.

Falls du mehrere Tierarztpraxen zur Auswahl hast, würden wir heute auf folgende Punkte achten:

Freundlicher Umgang mit Mensch und Tier

Der Umgangston macht einen grossen Unterschied. Gerade sensible oder junge Hunde profitieren von einer ruhigen Atmosphäre.

Fragen sind willkommen

Als Ersthund-Besitzer hat man viele Unsicherheiten. Ein guter Tierarzt nimmt diese ernst und erklärt verständlich.

Gute Erreichbarkeit

Wenn einmal etwas Dringendes passiert, möchte man nicht stundenlang fahren müssen.

Geduld mit jungen Hunden

Welpen und Junghunde brauchen oft etwas mehr Zeit. Eine Praxis, die darauf eingeht, kann viel Stress vermeiden.

Gutes Bauchgefühl

Dieser Punkt klingt vielleicht etwas unprofessionell. Für uns war er trotzdem wichtig. Manchmal merkt man einfach, ob man sich gut aufgehoben fühlt.

Maltipoo geniesst einen Spaziergang mit seiner Familie.
Gesunder Familienhund

Unsere Checkliste für den ersten Tierarztbesuch

Falls bei dir bald der erste Besuch ansteht, kann diese kleine Liste helfen:

✔ Impfpass oder Unterlagen mitnehmen

✔ Fragen vorab notieren

✔ Leckerlis einpacken

✔ Lieblingsleckerlis einpacken

✔ Genügend Zeit einplanen

✔ Ruhig bleiben

✔ Den Besuch möglichst positiv gestalten

✔ Sich nicht scheuen, Fragen zu stellen

Meine Menschen hatten fast immer ein paar besonders gute Leckerlis dabei. Das machte viele Untersuchungen deutlich angenehmer.

Unser wichtigstes Learning

Rückblickend würden wir den ersten Tierarztbesuch genauso wieder machen.

Nicht weil alles perfekt war.

Sondern weil wir früh eine Praxis gefunden haben, der wir vertrauen.

Gerade als Ersthund-Familie nimmt das unglaublich viel Druck weg. Man weiss, wohin man sich wenden kann, wenn plötzlich Fragen auftauchen oder wenn der Hund wieder einmal etwas frisst, das eigentlich nicht auf seinem Speiseplan stand.

Rückblickend würden meine Menschen sagen, dass ein guter Tierarzt fast genauso wichtig ist wie eine gute Hundeschule. Beides gibt Sicherheit, wenn man zum ersten Mal Verantwortung für einen Hund übernimmt.

Wie spannend Hundeschule und Begegnungen mit anderen Hunden sein können, erzähle ich übrigens im Artikel „Hundebegegnungen entspannt meistern? Wir üben noch.“

Fazit: Eine gute Tierarztpraxis ist Gold wert

Der erste Tierarztbesuch gehört für viele Hundebesitzer zu den grossen Meilensteinen.

Für uns war er vor allem beruhigend. Wir fanden eine Praxis, in der wir uns wohlfühlten, bekamen Antworten auf unsere Fragen und lernten gleichzeitig, dass Ferien mit Hund manchmal mehr Planung brauchen als gedacht.

Und falls du gerade erst mit einem Welpen gestartet bist: Hab keine Angst davor, viele Fragen zu stellen. Genau dafür sind gute Tierarztpraxen da.

Und ich?

Ich gehe bis heute erstaunlich gerne zum Tierarzt.

Zumindest solange mich dort die netten Menschen begrüssen, die ich schon als kleiner Welpe kennenlernen durfte.

Liebe Grüsse,

Gino 🐾

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