Die 5 Dinge, die dir niemand über Maltipoos sagt
Die ehrliche Wahrheit über die beliebte Designerhunderasse – und warum du das vor dem Kauf wissen solltest
Hallo, ich bin Gino.
Ein kleiner Maltipoo mit flauschigem Fell, grossen Knopfaugen und einer grossen Schwäche dafür, neue Hundefreunde kennenzulernen.
Neulich habe ich mich gefragt, was ich eigentlich genau bin.
Überall liest man, Maltipoos seien perfekte Familienhunde. Sie seien niedlich, intelligent, würden kaum haaren und seien ideal für Anfänger.
Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein.
Also habe ich mich auf die Suche gemacht und wollte herausfinden, was wirklich hinter meiner Rasse steckt. Dabei habe ich einige Dinge entdeckt, die viele zukünftige Maltipoo-Besitzer erst lernen, wenn der Hund bereits eingezogen ist.
Wenn du darüber nachdenkst, einen Maltipoo in deine Familie aufzunehmen, solltest du diese fünf Punkte unbedingt kennen.
1. Ein Maltipoo ist keine echte Hunderasse – und genau das macht ihn unberechenbar
Viele Menschen sind überrascht, wenn sie das hören.
Der Maltipoo ist keine offiziell anerkannte Hunderasse. Er ist eine Kreuzung aus Malteser und Pudel. Das bedeutet, dass es keinen verbindlichen Rassestandard gibt, wie ihn beispielsweise Labrador, Golden Retriever oder Deutscher Schäferhund besitzen.
Warum ist das wichtig?
Weil niemand exakt vorhersagen kann, welche Eigenschaften ein Maltipoo später entwickeln wird.
Manche Maltipoos sehen fast wie kleine Pudel aus. Andere erinnern deutlich stärker an einen Malteser. Manche wiegen vier Kilogramm, andere erreichen sieben oder acht Kilogramm. Einige sind eher ruhig und verschmust, andere voller Energie und ständig in Bewegung.
Genau deshalb solltest du niemals einen Maltipoo kaufen, weil du auf Instagram einen besonders süssen Hund gesehen hast. Du kaufst keinen Klon.
Du bekommst eine kleine genetische Überraschungsbox.
Auch bei mir war nicht alles so vorhersehbar, wie meine Menschen ursprünglich dachten.
Unser Learning: Wer einen Maltipoo möchte, sollte sich auf einen individuellen Hund freuen und nicht auf eine exakt definierte Rasse.

2. Die grösste Stärke eines Maltipoos kann gleichzeitig seine grösste Herausforderung sein
Fast jeder Maltipoo-Besitzer beschreibt seinen Hund als unglaublich menschenbezogen.
Das hat einen einfachen Grund.
Sowohl Malteser als auch Pudel wurden über viele Generationen als enge Begleithunde gezüchtet. Beide Rassen suchen aktiv die Nähe ihrer Menschen. Diese Eigenschaft findet sich deshalb auch bei vielen Maltipoos wieder.
Das klingt zunächst wunderbar.
Und das ist es auch.
Maltipoos begleiten ihre Menschen gerne durch den Alltag. Sie liegen neben dem Sofa, folgen ins nächste Zimmer und freuen sich oft schon, wenn jemand nur aufsteht.
Die Kehrseite wird allerdings selten erwähnt.
Genau diese enge Bindung kann dazu führen, dass das Alleinebleiben schwieriger wird als erwartet.
Viele Ersthundebesitzer gehen davon aus, dass ein Hund irgendwann automatisch lernt, alleine zu bleiben. Unsere Erfahrungen waren andere. Das Thema beschäftigte uns deutlich länger als gedacht und wurde sogar zu einer unserer grössten Baustellen. Mehr dazu erzählen wir in „Alleine bleiben lernen – unsere grösste Welpenbaustelle“.
In besonders stressigen Phasen half Frauchen übrigens der HOKI Atemtrainer*, um selbst ruhiger und gelassener zu bleiben. Denn Hunde spüren oft sehr genau, wenn ihre Menschen angespannt sind.
Unser Learning: Die enge Bindung eines Maltipoos ist wunderschön, verlangt aber auch bewusstes Training und klare Routinen.
3. Das Märchen vom „pflegeleichten Fell“ stimmt nur halb
Wahrscheinlich hast du bereits gelesen, dass Maltipoos kaum haaren.
Das stimmt oft.
Zumindest teilweise.
Was viele zukünftige Besitzer nicht wissen:
Weniger Haare auf dem Sofa bedeuten nicht automatisch weniger Pflege.
Ganz im Gegenteil.
Das Fell vieler Maltipoos wächst kontinuierlich weiter und neigt dazu, schnell zu verfilzen. Besonders hinter den Ohren, unter dem Geschirr, an den Beinen oder im Brustbereich entstehen häufig kleine Knoten, die sich später nur schwer entfernen lassen.
Professionelle Hundefriseure empfehlen bei vielen Maltipoos regelmässiges Bürsten und Friseurtermine etwa alle sechs bis acht Wochen.
Diese Kosten und dieser Zeitaufwand werden häufig unterschätzt.
Instagram zeigt den flauschigen Hund.
Instagram zeigt selten die tägliche Bürste daneben.
Wir selbst hätten vor dem Kauf nie gedacht, wie wichtig regelmässige Fellpflege werden würde. Einen ausführlichen Artikel über „Warum ein Maltipoo so viel Fellpflege braucht“ findest du hier.
Unser Learning: Ein Maltipoo verliert vielleicht weniger Haare, dafür investierst du deutlich mehr Zeit in die Fellpflege.

4. Viele Menschen unterschätzen, wie intelligent Maltipoos wirklich sind
Jetzt wird es spannend.
Der Pudel gehört weltweit zu den intelligentesten Hunderassen überhaupt. In vielen bekannten Untersuchungen zur Hundeintelligenz landet er regelmässig in den Spitzenpositionen.
Diese Intelligenz findet sich häufig auch bei Maltipoos wieder.
Das bedeutet allerdings nicht nur, dass sie schnell Tricks lernen.
Sie lernen alles.
Wirklich alles.
Die guten Dinge.
Und die schlechten.
Maltipoos erkennen Routinen erstaunlich schnell. Sie beobachten ihre Menschen genau und verstehen oft schneller als erwartet, welche Verhaltensweisen Erfolg bringen.
Ich persönlich habe beispielsweise eine besondere Fähigkeit entwickelt.
Sobald sich die Kühlschranktür öffnet, erscheine ich innerhalb weniger Sekunden in der Küche.
Vor allem dann, wenn Parmigiano im Spiel ist.
Meine Familie behauptet bis heute, ich hätte dafür einen eingebauten Sensor.
Tatsächlich lernen intelligente Hunde sehr schnell, welche Geräusche, Abläufe oder Situationen für sie interessant sind.
Das macht das Zusammenleben oft einfacher.
Kann aber auch dazu führen, dass sich unerwünschte Gewohnheiten besonders schnell festsetzen.
Und manchmal zeigt sich diese Intelligenz auch in meinem Sozialleben. Warum ich beispielsweise jeden Hund kennenlernen möchte, kannst du in „Hund will jeden Hund begrüssen: Warum mein Maltipoo nicht einfach vorbeilaufen kann“ nachlesen.
Unser Learning: Ein Maltipoo ist nicht nur niedlich. Sein Kopf arbeitet oft schneller, als man denkt.

5. Die meisten Menschen unterschätzen, wie sehr ein Maltipoo ihr Leben verändert
Das ist vielleicht der wichtigste Punkt überhaupt.
Vor dem Kauf denken viele Menschen über Futter, Hundebett, Leine oder Spielzeug nach.
Die eigentliche Veränderung liegt jedoch ganz woanders.
Ein Hund verändert Gewohnheiten.
- Tagesabläufe.
- Prioritäten.
- Urlaubsplanung.
- Wochenenden.
Und manchmal sogar die Menschen selbst.
Bei uns gab es eine Person, die ursprünglich gar keinen Hund wollte.
Heute ist genau diese Person wahrscheinlich meine grösste Anhängerin.
Und damit sind wir nicht allein.
Viele Maltipoo-Besitzer berichten von einer besonders engen Bindung zu ihrem Hund. Wahrscheinlich, weil diese Hunde sehr stark am Familienleben teilnehmen und ständig präsent sind.
Sie liegen nicht einfach irgendwo in einer Ecke.
Sie möchten dazugehören.
Und genau dadurch werden sie oft schneller Teil der Familie, als man ursprünglich geplant hatte.
Ein schönes Beispiel dafür war übrigens mein erster Geburtstag. Die ganze Geschichte findest du in „Ginos erste Geburtstagstorte – Warum mein Geburtstag vor allem für einen Menschen etwas ganz Besonderes war“.
Unser Learning: Die grösste Überraschung eines Maltipoos ist nicht sein Aussehen. Es ist die Rolle, die er irgendwann in deinem Leben einnimmt.

Fazit: Ist ein Maltipoo der richtige Hund für dich?
Nach einem Jahr als Maltipoo kann ich sagen:
Ja, wir sind wunderbare Familienhunde.
Aber wir sind nicht automatisch unkompliziert.
- Wir brauchen Zeit.
- Wir brauchen Aufmerksamkeit.
- Wir brauchen Fellpflege.
- Wir brauchen Nähe.
Und manchmal bringen wir unsere Menschen auch an ihre Grenzen.
Wer einen kleinen Hund sucht, der einfach nur süss aussieht, wird vielleicht überrascht werden.
Wer jedoch bereit ist, Zeit und Herz zu investieren, bekommt oft einen unglaublich treuen Begleiter.
Und genau das macht den Maltipoo für viele Menschen so besonders.
Liebe Grüsse
Gino 🐾
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