Frau sitzt gemeinsam mit ihrem cremefarbenen Maltipoo auf einer Bank und blickt in die Natur.

Nr. 1 Mensch

Ich wollte nie einen Hund – heute bin ich seine Nummer 1

Heute übernimmt Frauchen das Wort

Hallo.

Normalerweise erzählt Gino hier seine Geschichten. Heute möchte ich etwas erzählen.

Nämlich die Geschichte, wie ausgerechnet ich zur wichtigsten Person im Leben unseres Hundes geworden bin. Und das, obwohl ich lange Zeit ziemlich sicher war, dass bei uns niemals ein Hund einziehen würde.

Wenn mich jemand vor ein paar Jahren gefragt hätte, ob wir irgendwann einen Hund haben werden, hätte ich ziemlich schnell geantwortet:

Nein.
Nicht vielleicht.
Nicht irgendwann.
Sondern einfach nein.

Warum ich keinen Hund wollte

Ich konnte durchaus verstehen, warum andere Menschen Hunde lieben. Ich fand Hunde auch nicht grundsätzlich schlimm. Trotzdem hatte ich nie das Bedürfnis, selbst einen Hund zu besitzen.

Für mich standen immer die Nachteile im Vordergrund. Die Verantwortung. Der zusätzliche Zeitaufwand. Die Einschränkungen im Alltag. Die Ferienplanung. Die Organisation. Und vor allem die Tatsache, dass man plötzlich nicht mehr einfach spontan das Haus verlassen kann, ohne zuerst an den Hund zu denken.

Heute weiss ich, dass genau diese Punkte tatsächlich dazugehören. Und nein, sie verschwinden nicht einfach, nur weil man seinen Hund liebt.

Dazu kam, dass ich immer einen gewissen Respekt vor Hunden hatte. Vor allem grosse Hunde waren mir nie ganz geheuer. Ich hatte keine klassische Angst, aber ich brauchte Abstand. Hunde mussten mir nicht zu nahe kommen. Und je grösser sie waren, desto wohler fühlte ich mich, wenn sie ein paar Meter entfernt blieben.

Mehrere kleine Maltipoo-Welpen erkunden neugierig ihre Umgebung.
Die ersten Welpen

Warum wir unsere Meinung trotzdem geändert haben

Der Wunsch nach einem Hund kam ursprünglich nicht von mir.

Mein Mann hätte wahrscheinlich schon viel früher einen Hund gehabt, wenn es allein nach ihm gegangen wäre. Auch unsere Kinder fanden die Idee spannend.

Besonders unser jüngerer Sohn spielte bei der Entscheidung eine wichtige Rolle. Er kam mit einigen Herausforderungen ins Leben. Entwicklungsverzögerungen, ADHS und weitere Themen begleiten ihn bis heute.

Während wir uns mit diesen Themen beschäftigten, stiessen wir immer wieder auf Berichte und Studien, die zeigen, dass Hunde für Kinder mit ADHS oder Autismus-Spektrum-Störungen sehr wertvolle Begleiter sein können. Untersuchungen zeigen unter anderem, dass Hunde helfen können, Stress zu reduzieren, soziale Kontakte zu fördern und feste Alltagsstrukturen aufzubauen.

Natürlich löst ein Hund keine Probleme. Aber er kann eine Familie bereichern und Kindern Sicherheit, Nähe und Verantwortung vermitteln.

Irgendwann begannen wir deshalb ernsthaft darüber nachzudenken. Nicht irgendwann später. Nicht erst nach der Pensionierung. Sondern jetzt. Solange die Kinder noch in einem Alter waren, in dem ein Hund möglicherweise einen positiven Einfluss auf ihren Alltag haben könnte.

Wenn wir schon einen Hund bekommen, dann sollte er zu uns passen

Als wir begannen, ernsthaft über einen Hund nachzudenken, war ich noch weit davon entfernt, plötzlich zur begeisterten Hunde-Mama zu werden.

Ich war einfach bereit, mich auf die Idee einzulassen.

Aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Mir war wichtig, dass der Hund klein ist. Wirklich klein. Ich sagte damals oft scherzhaft, dass er am besten in eine Tasche passen sollte. Ausserdem wollte ich einen Hund, der möglichst nicht haart. Schon damals war mir klar, dass ein grosser Hund für mich nicht infrage kommen würde.

Rückblickend betrachtet deutete vieles bereits darauf hin, dass wir irgendwann bei einer kleinen Pudelmischung landen würden.

Eine weitere Bedingung war mir ebenfalls wichtig: Offiziell sollte mein Mann der Hundehalter sein. Schliesslich war der ursprüngliche Wunsch nach einem Hund nicht von mir ausgegangen. Ich hatte nicht vor, plötzlich die Hauptverantwortung zu übernehmen.

Dass ausgerechnet ich später zu Ginos absoluter Lieblingsperson werden würde, stand damals definitiv nicht auf meiner Bingo-Karte.

Die erste Begegnung

Als wir die Welpen zum ersten Mal besuchten, waren sie etwa acht Wochen alt.

Sieben kleine Fellknäuel. Kaum grösser als Hamster. Gerade erst dabei, die Welt zu entdecken.

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch gar nicht, welcher Welpe später bei uns einziehen würde. Aber eines wusste ich sofort:

Sie waren unglaublich süss.

Meine sonst eher vorsichtige Haltung gegenüber Hunden war in diesem Moment plötzlich wie verschwunden. Diese kleinen Wesen wirkten noch gar nicht wie Hunde, sondern eher wie lebendige Stofftiere mit Knopfaugen.

Zum ersten Mal konnte ich mir vorstellen, dass ein Hund vielleicht doch in unser Leben passen könnte.

Maltipoo folgt seiner Besitzerin durch das Haus.
Immer hinter Frauchen her

Die ersten Tage waren einfacher als erwartet

Natürlich waren die ersten Wochen intensiv.

Vor allem das Thema Stubenreinheit beschäftigte uns ziemlich stark. Ich hatte das Gefühl, ständig mit einem Lappen durch das Haus zu laufen. Kaum war eine Pfütze entfernt, tauchte irgendwo die nächste auf.

Darüber habe ich übrigens im Artikel „Stubenrein werden: Unsere ersten Wochen mit Gino“ ausführlich geschrieben.

Trotzdem war vieles einfacher, als ich erwartet hatte. Gino war freundlich, neugierig und unglaublich anpassungsfähig. Natürlich gab es schlaflose Nächte, kleine Missgeschicke und jede Menge Fragen. Aber insgesamt lief vieles deutlich besser als gedacht.

Und ganz ehrlich:

Er war einfach unfassbar süss.

Vielleicht verstehen das nur Hundebesitzer. Aber manche Welpen schaffen es, selbst dann noch niedlich auszusehen, wenn sie gerade den Teppich als Toilette benutzt haben.

Wann wurde ich plötzlich seine Nummer 1?

Einen grossen Schlüsselmoment gab es eigentlich nicht.

Es passierte schleichend.

Irgendwann bemerkte ich einfach, dass Gino mir immer häufiger hinterherlief. Dann wartete er an der Treppe auf mich. Dann wurde ich die Person, die er zuerst suchte. Dann wurde ich die Person, die er am enthusiastischsten begrüsste.

Bis heute ist das so geblieben.

Wenn ich nur kurz aus dem Haus gehe und wiederkomme, benimmt sich dieser Hund manchmal, als wäre ich ein Jahr auf Weltreise gewesen.

Natürlich spielt auch der Alltag eine Rolle. Ich gebe ihm sein Futter. Ich gehe viele Spaziergänge mit ihm. Ich verbringe viel Zeit mit ihm. Gerade in stressigen Phasen helfen mir persönlich Spaziergänge mit Gino und mit meinem HOKI Atemtrainer* , kurz durchzuatmen und den Kopf freizubekommen.

Vielleicht war die Entwicklung also gar nicht so überraschend.

Frau und Maltipoo spazieren gemeinsam durch die Natur.
Gemeinsame Spaziergänge

Was mich am meisten überrascht hat

Was mich am meisten erstaunt hat, war nicht seine Anhänglichkeit.

Es war meine eigene.

Ich hatte früher immer einen gewissen Abstand zu Hunden. Vor allem grosse Hunde machten mir Respekt. Und ehrlich gesagt ist das bis heute so geblieben. Ich mag grosse Hunde. Aber ich brauche sie nicht in meiner persönlichen Komfortzone.

Bei Gino ist das anders. Komplett anders.

Wenn nötig greife ich ihm ins Maul. Ich kontrolliere seine Zähne. Ich entferne Zecken. Ich untersuche Pfoten. Ich habe keinerlei Berührungsängste mehr.

Diese Entwicklung hätte ich vor einigen Jahren niemals für möglich gehalten.

Die ehrliche Antwort auf die grosse Frage

Und jetzt kommt wahrscheinlich die überraschendste Antwort des ganzen Artikels.

Würde ich heute nochmals Ja zu einem Hund sagen?

Ich weiss es nicht.
Wirklich nicht.
Nicht weil ich Gino nicht liebe.
Das tue ich.
Sehr sogar.

Aber ich sehe eben auch die andere Seite. Die Verantwortung. Die Einschränkungen. Die Organisation. Die Ferienplanung. Die täglichen Verpflichtungen. All das ist real.

Und manchmal frage ich mich tatsächlich, ob ich mich bewusst noch einmal für all das entscheiden würde.

Vielleicht ist genau diese Ehrlichkeit wichtig.

Denn Hundebesitz besteht nicht nur aus süssen Fotos und lustigen Videos. Er besteht auch aus Verantwortung.

Jeden einzelnen Tag.

Maltipoo liegt entspannt neben seiner Besitzerin.
Ein Platz im Herzen

Was ich Gino heute sagen würde

Lieber Gino.

Es tut mir fast ein bisschen leid, dass ich auch heute nicht mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass ich mich noch einmal bewusst für einen Hund entscheiden würde.

Aber vielleicht liegt genau darin die eigentliche Botschaft.

Denn, obwohl ich ursprünglich keinen Hund wollte. Obwohl ich die Verantwortung manchmal immer noch anstrengend finde. Obwohl unser Alltag ohne Hund sicherlich einfacher wäre.

Hast du trotzdem einen festen Platz in meinem Herzen bekommen.

Vielleicht ist genau das Liebe.

Nicht die perfekte Socialmedia-Version.

Nicht die romantische Geschichte von der Frau, die schon immer von einem Hund geträumt hat.

Sondern die Erkenntnis, dass jemand wichtig wird, obwohl man ihn ursprünglich gar nicht gesucht hat.

Und obwohl man heute noch weiss, wie unkompliziert das Leben ohne ihn manchmal wäre.

Wenn ich ganz ehrlich bin, weiss ich nicht, ob ich mich nochmals bewusst für einen Hund entscheiden würde.

Aber für genau diesen Hund? Für Gino?

Da sieht die Antwort ganz anders aus.

Du hast mein Herz erobert. Nicht auf einen Schlag. Sondern ganz langsam. Schritt für Schritt. Tag für Tag.

Und vielleicht ist genau das die schönste Art.

 

Liebe Grüsse

Frauchen ❤️🐾

 

 

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