Warum Mama ohne Hundepfeife nach Hause kam
Der Plan war gut. Zumindest dachte Mama das.
Hallo, ich bin Gino.
Ein kleiner Maltipoo mit flauschigem Fell, grossen Knopfaugen und einer bemerkenswerten Fähigkeit, plötzlich sehr schlecht zu hören.
Zumindest dann, wenn irgendwo etwas Spannenderes passiert.
Meine Menschen beschäftigen sich deshalb schon länger mit dem Thema Rückruf. Denn ganz ehrlich: Wenn man einen Hund ruft und dieser sich zuerst überlegen muss, ob er überhaupt Lust hat zu kommen, ist noch Luft nach oben.
Vor einiger Zeit hatte Mama deshalb eine Idee.
Eine Hundepfeife sollte die Lösung sein.

Alle rufen anders
Das Problem begann eigentlich schon viel früher: Wir sind vier Menschen und ein Hund.
Und wie man sich vorstellen kann, ruft jeder etwas anders.
Mal heisst es:
„Gino, komm!“
Dann wieder:
„Gino, hiiier!“
Oder:
„Gino, jetzt aber!“
Oder manchmal einfach nur:
„Ginooooooo!“
Ich möchte niemanden kritisieren. Aber aus Hundesicht ist das gelegentlich etwas verwirrend.
Deshalb kam Mama auf die Idee, den Rückruf mit einer Hundepfeife aufzubauen. Eine Pfeife klingt schliesslich immer gleich. So zumindest die Theorie.
Also ab ins Haustiergeschäft
Mama ging in ein Fachgeschäft für Haustiere und liess sich beraten.
Dort erklärte sie, dass sie gerne einen Rückruf aufbauen möchte, den alle Familienmitglieder gleich verwenden können.

Die Verkäuferin hörte aufmerksam zu und sagte dann etwas, womit Mama nicht gerechnet hatte.
Eine Hundepfeife klingt zwar immer ähnlich. Aber die Menschen pfeifen trotzdem unterschiedlich. Mal etwas länger. Mal etwas kürzer. Mal etwas lauter. Mal etwas leiser.
Und plötzlich war die vermeintlich perfekte Lösung gar nicht mehr ganz so eindeutig.
Die Verkäuferin erklärte ausserdem, dass viele Hunde genauso gut auf ein konsequent verwendetes Wortsignal trainiert werden können. Wichtiger als die Pfeife sei oft, dass alle Menschen dieselben Signale verwenden.
Das ergab irgendwie Sinn.
Und was ist eigentlich mit dem Klicker?
Während Mama im Geschäft verschiedene Möglichkeiten anschaute, kam natürlich auch das Thema Klicker auf.
Viele Hundebesitzer arbeiten mit einem Klicker, um gewünschtes Verhalten punktgenau zu bestätigen. Gerade beim Training von Rückruf, Tricks oder Grundkommandos schwören viele darauf.
Wir haben das bisher allerdings nie ausprobiert. Vielleicht wäre das etwas für die Zukunft. Vielleicht bleiben wir aber auch einfach bei einem Rückrufwort.
Wie so oft gilt vermutlich auch hier:
Nicht das Hilfsmittel entscheidet über den Erfolg, sondern wie konsequent es eingesetzt wird.
Mama kam trotzdem ohne Pfeife nach Hause
Mama verliess das Geschäft also ohne Hundepfeife.
Ich weiss, damit hatte niemand gerechnet. Vor allem nicht Herrchen. Der war überzeugt, dass sie mit mindestens drei neuen Hundeartikeln zurückkommen würde.
Doch diesmal blieb es bei der Beratung.
Eine spezielle Pfeife hängt sowieso schon um Mamas Hals
Eine lustige Sache gibt es allerdings trotzdem.
Mama trägt nämlich schon seit längerer Zeit so eine Kette mit Anhänger um den Hals. Als Hund weiss ich nicht genau, wie man solche Dinge beschreibt.
Es sieht ein bisschen aus wie eine Pfeife, also eine sehr schöne Pfeife.
Ist aber gar keine. Denn damit ruft man keine Hunde. Sondern man kümmert sich um die eigenen Nerven.

Wenn Mama durch das Ding ausatmet, (sie nennt es übrigens Hoki*), entsteht ein sanfter Widerstand beim Ausatmen. Dadurch wird die Atmung langsamer und bewusster. Viele Menschen nutzen solche Atemtrainer, um Stress abzubauen, sich besser zu konzentrieren oder in hektischen Situationen wieder etwas Ruhe in den Kopf zu bringen.
Und ganz ehrlich?
Wenn ich so darüber nachdenke, ist das manchmal vermutlich mindestens genauso sinnvoll wie eine Hundepfeife. Vor allem dann, wenn ich plötzlich eine kreative Idee habe.
Der Rückruf beginnt oft beim Menschen
Je mehr meine Menschen über Hunde lernen, desto häufiger stellen sie fest:
Viele Trainingsprobleme beginnen gar nicht beim Hund. Sondern beim Menschen.
- Wenn meine Menschen nervös sind, werde ich oft ebenfalls aufgeregter.
- Wenn sie hektisch werden, werde ich meist auch hektischer.
- Und wenn sie ruhig bleiben, fällt mir vieles deutlich leichter.
Vielleicht beginnt ein guter Rückruf deshalb nicht nur mit dem richtigen Signal. Sondern auch mit der richtigen Stimmung.
Was wir bisher gelernt haben
Ob wir den perfekten Rückruf bereits beherrschen?
Nein. Definitiv nicht.
Aber wir haben gelernt, dass es wahrscheinlich wichtiger ist, ein Signal konsequent zu verwenden, als ständig neue Methoden auszuprobieren.
Vielleicht wird es irgendwann eine Pfeife. Vielleicht bleibt es ein Wort. Vielleicht braucht es einfach noch etwas Training.
Das wäre nicht das erste Mal. Schliesslich arbeiten wir ja auch noch an den Themen „Hundebegegnungen entspannt meistern“, „Nicht mehr bellen, wenn es klingelt“ und „Alleine bleiben lernen“.
Langweilig wird es bei uns jedenfalls nicht.
Für das Training haben viele Familien übrigens gute Erfahrungen mit Trainingsleckerlis, Leckerlibeuteln oder einer Schleppleine gemacht.

Fazit: Manchmal ist die beste Lösung eine andere
Mama ging los, um eine Hundepfeife zu kaufen. Sie kam ohne zurück.
Stattdessen brachte sie eine interessante Erkenntnis mit nach Hause:
Nicht jedes Problem braucht ein neues Hilfsmittel.
Manchmal braucht es einfach Klarheit, Geduld und ein Signal, das alle gleich verwenden. Und manchmal tut es auch gut, zuerst selbst einmal tief durchzuatmen.
Liebe Grüsse,
Gino 🐾
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