Die erste Nacht mit Welpe Gino: Warum wir nervöser waren als er
Als ich bei meiner Familie eingezogen bin, konnte niemand schlafen
Hallo, ich bin Gino.
Ein kleiner Maltipoo mit grossen Knopfaugen, weichem Fell und damals ungefähr so viel Lebenserfahrung wie eine Scheibe Toast.
Vor meiner ersten Nacht hatte ich einen aufregenden Tag hinter mir. Ich war gerade von meiner Mama und meinen Geschwistern ausgezogen, hatte eine Autofahrt überstanden und war in einem völlig neuen Zuhause angekommen. Eigentlich wäre das genug gewesen, um nervös zu sein.
Komischerweise war ich aber nicht derjenige, der sich in dieser Nacht die meisten Gedanken machte.
Das waren meine Menschen.
Die ganze Familie war aufgeregt
Schon bevor ich eingezogen bin, hatten meine Menschen unzählige Listen geschrieben, Ratgeber gelesen und Vorbereitungen getroffen. Alles sollte perfekt sein. Schliesslich war ich der erste Hund der Familie.
Als ich dann tatsächlich da war, wurde allen plötzlich bewusst: Jetzt geht es wirklich los.
Jede Bewegung wurde beobachtet. Jeder Blick analysiert. Jeder Seufzer interpretiert. Ich glaube, wenn ich nachts nur einmal anders geatmet habe, waren sofort mehrere Familienmitglieder hellwach.
Heute müssen wir darüber lachen. Damals fühlte sich alles unglaublich wichtig an.

Mein erstes Bett war selbst gemacht
Für meine erste Nacht hatte Frauchen sogar ein Bettchen selbst genäht. Dort durfte ich neben Herrchen schlafen. Natürlich am Boden, direkt neben dem Bett.
Im Wohnzimmer alleine schlafen? Das kam für meine Familie überhaupt nicht infrage.
Dafür war alles zu neu. Für mich genauso wie für sie.
Also lag ich in meinem Bettchen, schnupperte ein bisschen durch die Gegend, lief gelegentlich ein paar Schritte herum und machte dann das, was kleine Welpen besonders gut können:
Ich schlief.
Geschlafen hat eigentlich nur einer
Wenn meine Familie heute an diese Nacht zurückdenkt, müssen alle schmunzeln.
Denn obwohl sie sich vorher grosse Sorgen gemacht hatten, war ich erstaunlich entspannt. Ich schlief mehrere Stunden am Stück und kam mit der neuen Situation deutlich besser zurecht als erwartet.
Die Menschen dagegen waren beschäftigt.
Sie lauschten.
Sie beobachteten.
Sie kontrollierten.
Und sie fragten sich wahrscheinlich alle paar Minuten, ob sie auch wirklich alles richtig machten.
Rückblickend war die erste Nacht für mich vermutlich deutlich erholsamer als für den Rest der Familie.

Wir wollten alles perfekt machen
Ich glaube, die grösste Herausforderung in dieser ersten Nacht war gar nicht ich.
Es war die Unsicherheit.
Meine Menschen wollten nichts falsch machen. Sie wollten, dass ich mich wohlfühle. Sie wollten die besten Hundebesitzer der Welt sein. Und genau dieser Anspruch setzte sie unter Druck.
Heute weiss die Familie: Es gibt keine perfekte erste Nacht.
Es gibt keine perfekte Anleitung.
Und es gibt auch keine perfekte Familie.
Es gibt nur Menschen, die ihr Bestes geben und gemeinsam mit ihrem Hund lernen.
Würden wir heute etwas anders machen?
Ehrlich gesagt: Nein.
Natürlich wissen meine Menschen heute viel mehr als damals. Aber die Nervosität gehörte dazu.
Die erste Nacht erlebt man nur einmal. Die Unsicherheit gehört genauso dazu wie die Vorfreude. Und gerade weil alles neu war, entstand bereits in dieser Nacht eine ganz besondere Verbindung zwischen uns.
Manche Erfahrungen muss man einfach selbst machen.
Unser Tipp für Familien mit ihrem ersten Welpen
Wenn ihr euren Welpen bald abholt, möchten wir euch vor allem eines mitgeben:
Atmet.
Und dann atmet nochmals.
Euer Welpe weiss meistens besser, was er braucht, als ihr denkt.
Natürlich braucht er Sicherheit, Nähe und Geborgenheit. Aber er braucht keine perfekten Menschen.
Vertraut euch selbst.
Vertraut eurem Hund.
Und versucht, nicht jede Minute zu analysieren.

Geniesst diese besondere Zeit
Wenn Frauchen heute an meine ersten Tage zurückdenkt, sagt sie oft etwas, das mich immer noch zum Schmunzeln bringt.
Ausgerechnet sie.
Diejenige, die ursprünglich gar keinen Hund wollte.
Sie sagt:
„Geniesst es.“
Denn plötzlich ist da dieser kleine Welpe. Er tapselt durch euer Zuhause, entdeckt die Welt und wird jeden Tag ein kleines Stück grösser.
Irgendwann werdet ihr zurückblicken und euch fragen, wie schnell diese Zeit vergangen ist.
Fazit
Unsere erste Nacht mit Gino war nicht spektakulär.
Niemand hat geheult.
Niemand hat das Haus auf den Kopf gestellt.
Niemand musste mitten in der Nacht verzweifelt Google befragen.
Stattdessen lag ein kleiner Welpe in seinem selbst genähten Bettchen und schlief.
Und vier Menschen lagen wach und beobachteten ihn dabei.
Heute würden wir sagen:
Die erste Nacht war nicht perfekt.
Sie war viel besser.
Liebe Grüsse
Euer Gino 🐾





