Hund will jeden Hund begrüssen: Warum mein Maltipoo nicht einfach vorbeilaufen kann
Was hinter diesem Verhalten steckt und warum Freundlichkeit manchmal anstrengend sein kann
Hallo, ich bin Gino.
Ein kleiner Maltipoo mit flauschigem Fell, grossen Knopfaugen und einer grossen Schwäche dafür, neue Hundefreunde kennenzulernen.
Und genau das ist manchmal mein Problem.
Während andere Hunde vielleicht erst einmal beobachten, Abstand halten oder vorsichtig schnuppern, habe ich meistens schon entschieden:
„Den mag ich.“
Egal ob gross oder klein.
Egal ob jung oder alt.
Egal ob der andere Hund dieselbe Meinung hat.
Sobald ich einen Hund entdecke, möchte ich am liebsten sofort Hallo sagen. Meine Menschen finden das grundsätzlich sympathisch. Manchmal allerdings auch etwas anstrengend.
Vor allem dann, wenn ich plötzlich mit voller Begeisterung an der Leine ziehe oder mich mitten auf den Weg lege, um auf den perfekten Moment für meine Begrüssung zu warten.

Warum möchten manche Hunde jeden Hund begrüssen?
Viele Hundehalter kennen das.
Kaum taucht ein anderer Hund auf, ist die Aufmerksamkeit des eigenen Vierbeiners komplett weg. Plötzlich existiert nur noch das neue Gegenüber.
Das hat oft wenig mit Ungehorsam zu tun.
Hunde sind soziale Lebewesen. Der Kontakt zu Artgenossen gehört für viele Hunde zu den wichtigsten Dingen überhaupt. Besonders Hunde, die von klein auf viele positive Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht haben, entwickeln häufig eine grosse Vorfreude auf Hundebegegnungen.
Bei mir passt diese Beschreibung ziemlich gut.
Schon als Welpe wollte ich jeden Hund kennenlernen. Daran hat sich bis heute erstaunlich wenig geändert.
Die zwei typischen Varianten bei Gino
Mit der Zeit haben meine Menschen festgestellt, dass ich auf Hundebegegnungen meistens auf zwei Arten reagiere.
Die erste Variante ist einfach.
Ich entdecke einen Hund und marschiere direkt los. Möglichst schnell. Möglichst zielgerichtet.
Die zweite Variante wirkt auf den ersten Blick deutlich ruhiger.
Ich lege mich auf den Boden.
Komplett flach.
Wer mich nicht kennt, könnte denken, ich sei plötzlich entspannt geworden.
Die Wahrheit sieht etwas anders aus.
Ich beobachte. Ich warte. Ich rechne den richtigen Moment aus. Und sobald der andere Hund nah genug ist, starte ich los wie ein kleiner Pfeil.
Meine Menschen kennen diese Strategie inzwischen sehr gut.

Was Experten dazu sagen
Hundetrainer beschreiben dieses Verhalten oft als sogenannte soziale Motivation.
Der Hund möchte nicht weg vom anderen Hund.
Er möchte hin.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Viele Menschen denken bei Problemen an der Leine sofort an Angst oder Unsicherheit. Tatsächlich entsteht Ziehen an der Leine aber häufig auch durch positive Aufregung.
Der Hund freut sich so sehr auf die Begegnung, dass seine Impulskontrolle für einen Moment in den Hintergrund rückt.
Genau das erleben wir bei mir regelmässig.
Nicht Angst sorgt für Spannung an der Leine.
Sondern Begeisterung.
Warum Hundebegegnungen trotzdem nicht immer einfach sind
Das Schwierige ist:
Nicht jeder Hund denkt wie ich.
Während ich bereits Freundschaft geschlossen habe, bevor wir uns überhaupt beschnuppert haben, sehen andere Hunde die Situation manchmal deutlich nüchterner.
Manche Hunde freuen sich ebenfalls.
Dann wird gespielt, geschnuppert und gemeinsam die Umgebung erkundet.
Andere Hunde möchten lieber ihre Ruhe.
Sie möchten einfach weiterlaufen oder konzentrieren sich lieber auf ihren eigenen Menschen.
Früher hat mich das manchmal überrascht.
Heute verstehe ich langsam, dass Hunde genauso unterschiedlich sind wie Menschen.
Nicht jeder möchte sofort einen neuen Freund finden.
Ein häufiger Fehler vieler Hundehalter
Viele Hundehalter glauben, ihr Hund müsse jeden Hund begrüssen dürfen.
Andere glauben genau das Gegenteil und vermeiden jeden Kontakt.
Die Wahrheit liegt oft irgendwo dazwischen.
Hundetrainer empfehlen in der Regel, Begegnungen bewusst auszuwählen. Denn nicht jede Begegnung ist automatisch positiv oder sinnvoll.
Qualität ist oft wichtiger als Quantität.
Ein entspannter Kontakt mit einem passenden Hund bringt häufig mehr als zehn hektische Begegnungen hintereinander.
Diese Erkenntnis hat auch meinen Menschen geholfen, Hundebegegnungen entspannter zu betrachten.

Was wir bei Gino beobachten
Spannend ist, dass es bei mir kein klares Muster gibt.
Die Grösse spielt keine Rolle.
Die Farbe ebenfalls nicht.
Ob ein Hund allein unterwegs ist oder in einer Gruppe, scheint mir ebenfalls egal zu sein.
Manchmal laufe ich direkt los.
Manchmal lege ich mich hin.
Warum ich mich jeweils für welche Variante entscheide, haben meine Menschen bis heute nicht vollständig entschlüsselt.
Vielleicht habe ich einfach mein eigenes System.
Vielleicht entscheide ich spontan.
Vielleicht weiss ich es selbst nicht einmal.
Was wir nicht ändern würden
Natürlich wäre es praktisch, wenn ich bei Hundebegegnungen etwas gelassener wäre.
Vor allem für die Arme meiner Menschen.
Trotzdem würden wir heute nichts Grundsätzliches anders machen.
Meine Begeisterung für andere Hunde gehört einfach zu meinem Charakter.
Genauso wie meine Liebe zu Heidelbeeren aus „Gino isst Heidelbeeren – mein persönlicher Geschmackstest“ oder meine etwas übertriebene Begeisterung für Parmigiano aus „Die 7 Leckerlis, für die ich alles stehen lassen würde“.
Jeder Hund bringt seine eigenen Eigenheiten mit.
Das hier ist eine von meinen.

Diese Dinge haben wir gelernt
Nach einem Jahr mit unzähligen Hundebegegnungen haben wir einige Dinge verstanden.
- Nicht jeder Hund möchte spielen.
- Nicht jeder Hundehalter möchte stehen bleiben.
- Nicht jede Begegnung muss stattfinden.
Und vor allem:
Ein freundlicher Hund kann genauso herausfordernd sein wie ein unsicherer Hund.
Nur aus anderen Gründen.
Das hatten meine Menschen am Anfang ehrlich gesagt nicht erwartet.
Fazit
Wenn euer Hund jeden anderen Hund begrüssen möchte, seid ihr nicht allein.
Viele soziale und kontaktfreudige Hunde zeigen dieses Verhalten. Oft steckt keine Angst dahinter, sondern pure Vorfreude.
Bei mir ist das jedenfalls so.
Ich sehe einen Hund.
Ich freue mich.
Und in meinem Kopf beginnt bereits die Planung unserer zukünftigen Freundschaft.
Dass der andere Hund davon noch nichts weiss, ist für mich zunächst einmal zweitrangig. 😄
Liebe Grüsse
Gino 🐾
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