Ginos erste Geburtstagstorte
Warum mein Geburtstag vor allem für einen Menschen etwas ganz Besonderes war
Hallo, ich bin Gino 🐾
Als mein erster Geburtstag näher rückte, hatte ein Familienmitglied einen deutlich grösseren Plan als ich.
Unser kleiner Mensch hatte beschlossen, dass ein erster Geburtstag ohne Geburtstagstorte überhaupt kein richtiger Geburtstag ist.
Für ihn war die Sache glasklar. Wenn Mama, Papa und die Jungs Geburtstag feiern, dann natürlich auch ich. Also wurde geplant, überlegt und schliesslich gebacken.
Ich selbst wurde über diese Entscheidungen übrigens nicht informiert. Aber das ist in Familien wohl ganz normal.
Ein Jahr voller erster Male
Kaum zu glauben, aber mein erstes Lebensjahr war bereits vorbei.
Wenn ich daran zurückdenke, ist in diesen zwölf Monaten unglaublich viel passiert.
Ich bin als kleiner Welpe bei meiner Familie eingezogen und habe erst einmal alles auf den Kopf gestellt. Wie aufregend diese Zeit war, könnt ihr in „Mein Kind wünscht sich einen Hund – und jetzt?“ nachlesen.
Dann kamen die ersten Wochen, in denen wir herausfinden mussten, wie das mit dem Zusammenleben eigentlich funktioniert. Besonders spannend war dabei das Thema „Stubenrein werden: Unsere ersten Wochen mit Gino“.
Natürlich gab es auch viele schöne Momente. Meine ersten Autofahrten, die ersten Abenteuer am Wasser, bei denen ich festgestellt habe, dass ich zwar gerne plansche, aber noch nicht unbedingt schwimmen muss. Und natürlich meine grosse Liebe zu Heidelbeeren, über die ich in „Gino isst Heidelbeeren – mein persönlicher Geschmackstest“ ausführlich berichtet habe.
Nicht alles lief perfekt. Das Thema Alleinebleiben beschäftigt uns bis heute. Darüber habe ich offen in „Alleine bleiben lernen – unsere grösste Welpenbaustelle“ geschrieben.
Wenn ich all diese Erinnerungen zusammenzähle, verstehe ich plötzlich, warum meine Familie meinen ersten Geburtstag unbedingt feiern wollte.
Die Idee kam sofort
Unser kleiner Mensch liebt kochen und backen.
Eigentlich steht er regelmässig in der Küche. Oft kocht er am Wochenende für die Familie und wenn die richtige Oma zu Besuch kommt, freut er sich besonders, etwas für sie vorzubereiten.
Als mein erster Geburtstag näher kam, stand für ihn fest:
Gino bekommt eine Geburtstagstorte.

Nicht irgendeine Torte.
Sondern eine selbstgemachte.
Eine Torte, die nur für mich gemacht wird.
Während ich also meinem normalen Hundealltag nachging, wurde in der Küche fleissig gearbeitet.
Wie meine Geburtstagstorte aussah
Wenn ihr jetzt an eine bunte Sahnetorte denkt, muss ich euch enttäuschen.
Meine Geburtstagstorte bestand hauptsächlich aus gehacktem Fleisch, etwas Gemüse und einer Joghurt-Schicht zur Dekoration.
Eigentlich erinnerte sie eher an einen kleinen Hackbraten. Aber einen sehr hübschen Hackbraten. Rundherum waren kleine Hundekekse angebracht und oben stand eine grosse blaue Kerze mit der Zahl Eins.
Als die Torte fertig war, waren alle ziemlich stolz. Und ehrlich gesagt sah sie auch beeindruckend aus. Viel beeindruckender als die meisten Dinge, die normalerweise in meinem Napf landen.
Dann kam die Kerze
Kurz bevor ich endlich probieren durfte, geschah etwas Seltsames.
Jemand zündete die Kerze an. Plötzlich stand da mein Essen. Und es brannte.
Natürlich wollte ich sofort nachsehen. Ich bin schliesslich ein Hund. Neue Gerüche müssen untersucht werden. Besonders wenn sie direkt auf meinem Essen stehen.
Während die Erwachsenen versuchten, schöne Fotos zu machen, hatte ich allerdings nur eine einzige Frage:
Warum brennt mein Mittagessen?
Zum Glück waren genügend Familienmitglieder anwesend, um mich von der Flamme fernzuhalten. Rückblickend wahrscheinlich die bessere Lösung.

Das grosse Fotoshooting
Man könnte meinen, nach dem Backen wäre der schwierigste Teil erledigt gewesen.
War er nicht.
Der schwierigste Teil war offenbar, einen Hund, eine Torte und eine brennende Kerze gleichzeitig auf ein Foto zu bekommen.
Die Menschen hatten einen Plan. Sie wollten Erinnerungsfotos.
Ich hatte ebenfalls einen Plan. Ich wollte endlich wissen, wie die Torte schmeckt.
Diese beiden Ziele waren überraschend schwer miteinander vereinbar. Trotzdem entstanden einige Bilder, über die meine Familie heute noch lacht. Vor allem weil ich auf manchen Fotos nicht besonders feierlich wirke. Eher so, als würde ich mich fragen, wann dieser Fototermin endlich vorbei ist.
Und wie schmeckte die Torte?
Jetzt kommt die ehrliche Antwort.
Ich fand sie gut. Aber ich war nicht völlig aus dem Häuschen.
Nach all der Arbeit hatte meine Familie vermutlich eine spektakulärere Reaktion erwartet.
Stattdessen habe ich sie erst einmal gründlich beschnuppert.
Dann vorsichtig probiert.
Und schliesslich einen Teil davon gefressen.
Das klingt vielleicht wenig aufregend. Für mich war das allerdings ein durchaus positives Urteil. Schliesslich bin ich beim Essen manchmal etwas eigen.
Und ganz ehrlich:
Mit Parmigiano konnte die Geburtstagstorte nicht mithalten. 😄
Grösser als gedacht
Obwohl meine Menschen nur die halbe Menge des Rezepts gemacht hatten, war die Torte überraschend gross.
Viel zu gross für einen kleinen Maltipoo an einem einzigen Tag.
Deshalb wurde sie aufgeteilt.
Und ich durfte in den nächsten Tagen immer wieder ein Stück davon geniessen.
Eine Entscheidung, die mein empfindlicher Magen sehr begrüsst hat.

Was von diesem Geburtstag bleibt
Wenn ich heute auf meinen ersten Geburtstag zurückblicke, denke ich gar nicht zuerst an die Torte.
Ich denke an die Mühe, die sich meine Familie gemacht hat.
Vor allem an unseren kleinen Menschen.
An jemanden, der gerne kocht, gerne backt und unbedingt etwas Besonderes für seinen Hund machen wollte.
Genau deshalb sind die Fotos heute so wertvoll.
Nicht weil die Torte perfekt war.
Nicht weil die Dekoration perfekt war.
Sondern weil man auf jedem Bild sieht, wie viel Herz in diesem Geschenk steckte.
Und ganz ehrlich:
Mehr kann sich ein Hund eigentlich nicht wünschen.

Fazit
Mein erster Geburtstag war kein grosses Fest.
Es gab keine Hundeparty.
Keine Gäste.
Keine Geschenkeberge.
Aber es gab etwas viel Schöneres.
Eine Familie, die sich Zeit genommen hat.
Einen kleinen Jungen, der seinem Hund unbedingt eine Geburtstagstorte backen wollte.
Und einen ziemlich glücklichen Maltipoo, der sein erstes Jahr in genau der Familie verbringen durfte, die heute seine Familie ist.
Wenn das kein gelungener erster Geburtstag ist, weiss ich auch nicht.
Liebe Grüsse
Gino 🐾
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