Maltipoo läuft im Sommer über eine Wiese mit Grannen.
KI-generiertes Bild

Grannen beim Hund

Grannen beim Hund: Die unterschätzte Gefahr auf Wiesen und Feldern

So erkennst du die Gefahr frühzeitig und schützt deinen Hund auf jedem Spaziergang.

Hallo, ich bin Gino.

Nach unseren Spaziergängen läuft bei uns immer dieselbe Routine ab. Während ich mich am liebsten direkt auf meinen Lieblingsplatz legen würde, geht Frauchen zuerst in die Hocke. Sie schaut sich meine Pfoten an, streicht mit den Händen durch mein Fell und sucht nach Zecken oder kleinen Kletten. Ehrlich gesagt frage ich mich manchmal, ob sie irgendwo einen Schatz vermutet.

Bis vor Kurzem wusste Frauchen allerdings selbst nicht genau, worauf sie eigentlich achten müsste. Den Begriff Grannen hatte sie zwar schon einmal gehört, aber was das genau sein soll und warum Tierärzte jedes Jahr davor warnen, wusste sie nicht wirklich.

Vielleicht geht es dir genauso.

Wir spazieren oft über Felder und Wiesen. Trotzdem hatten wir uns mit diesem Thema nie intensiv beschäftigt – bis wir gemerkt haben, dass Grannen für Hunde tatsächlich ein ernstes Gesundheitsrisiko sein können.

Genau deshalb haben wir diesen Artikel geschrieben. Nicht, weil wir selbst schon einmal betroffen waren, sondern weil wir vorbereitet sein möchten, falls doch einmal etwas passiert.

Was sind Grannen überhaupt?

Grannen sind die spitzen Samenfortsätze bestimmter Wildgräser. Sie helfen der Pflanze dabei, ihre Samen zu verbreiten.

Das Problem ist ihre besondere Form.

Die kleinen Spitzen besitzen winzige Widerhaken. Dadurch können sie sich leicht im Fell festsetzen und sich immer weiter in eine Richtung bewegen – ähnlich wie ein kleiner Pfeil. Rückwärts lösen sie sich kaum noch.

Gerät eine Granne in Haut, Nase, Ohr oder Auge, kann sie sich immer tiefer ins Gewebe arbeiten. Genau deshalb gelten Grannen nicht einfach als lästige Pflanzenteile, sondern können zu einem echten medizinischen Notfall werden.

Verschiedene trockene Grannen von Wildgräsern auf einer hellen Holzoberfläche.
So sehen Grannen aus

Wie sehen Grannen eigentlich aus?

Vielleicht fragst du dich – genau wie wir am Anfang – wie Grannen überhaupt aussehen.

Grannen sind die langen, schmalen Fortsätze bestimmter Wildgräser. Sie sind meist hellgelb bis bräunlich, mehrere Zentimeter lang und laufen spitz zu. Charakteristisch sind ihre feinen Widerhaken, die wie winzige Häkchen wirken.

Gerade im Sommer trocknen viele Gräser aus. Dann lösen sich die Grannen besonders leicht von der Pflanze und bleiben beim Vorbeistreifen im Fell von Hunden hängen.

Auf den ersten Blick wirken sie unscheinbar. Genau das macht sie so tückisch. Viele Hundebesitzer bemerken sie erst, wenn ihr Hund bereits Beschwerden zeigt.

Kleiner Maltipoo läuft auf einem Feldweg mit trockenen Gräsern.
Sommerspaziergang über Felder

Wann haben Grannen Saison?

Die Hauptsaison beginnt meist im späten Frühling und dauert bis in den Spätsommer oder frühen Herbst.

Besonders häufig findet man Grannen:

  • an Feldrändern
  • auf trockenen Wiesen
  • entlang von Getreidefeldern
  • auf wenig gepflegten Grünflächen
  • an Wegrändern
  • auf brachliegenden Flächen

Gerade wenn das Gras austrocknet, lösen sich die Grannen besonders leicht von der Pflanze und bleiben im Fell vorbeistreifender Tiere hängen.

Da wir mit Gino häufig über Felder spazieren gehen, gehört das Thema inzwischen ganz selbstverständlich zu unserer Kontrolle nach jedem Spaziergang.

Warum sind Grannen für Hunde so gefährlich?

Viele Hundebesitzer unterschätzen Grannen zunächst.

Sie sehen klein und harmlos aus.

Doch genau ihre Form macht sie so gefährlich.

Durch ihre Widerhaken bewegen sie sich mit jeder Bewegung des Hundes weiter nach vorne. Anders als ein kleiner Zweig oder ein Blatt fallen sie deshalb häufig nicht von selbst wieder heraus.

Je nachdem, wo sich eine Granne befindet, kann sie:

  • starke Schmerzen verursachen
  • Entzündungen auslösen
  • Abszesse bilden
  • tief ins Gewebe eindringen
  • operativ entfernt werden müssen

Je früher sie entdeckt wird, desto einfacher lässt sie sich meist entfernen.

Nahaufnahme einer Hundepfote mit Fell zwischen den Ballen.
Grannen zwischen den Pfoten

Wo setzen sich Grannen besonders häufig fest?

Einige Körperstellen sind besonders gefährdet.

Zwischen den Zehen

Das ist vermutlich die häufigste Stelle.

Die Granne gelangt beim Laufen zwischen die Ballen und arbeitet sich langsam in die Haut.

Gerade Hunde mit etwas längerem Fell zwischen den Pfoten sind hier etwas anfälliger.

Bei Gino ist das gegen Ende unseres Friseurintervalls oft der Fall. Dann ist das Fell zwischen den Ballen bereits wieder etwas länger. Deshalb schauen wir nach Spaziergängen besonders sorgfältig zwischen die Zehen.

Zum Glück haben wir bisher noch keine Granne gefunden.

Im Ohr

Gelangen Grannen in den Gehörgang, reagieren viele Hunde sofort.

Typische Anzeichen sind:

  • plötzlich heftiges Kopfschütteln
  • Schiefhalten des Kopfes
  • Kratzen am Ohr
  • Schmerzreaktionen

Hier solltest du nicht selbst mit einer Pinzette experimentieren.

Eine tief sitzende Granne gehört in tierärztliche Hände.

In der Nase

Eine Granne in der Nase macht sich oft sehr plötzlich bemerkbar.

Viele Hunde:

  • niesen immer wieder
  • schnauben auffällig
  • reiben die Nase am Boden
  • zeigen manchmal Nasenbluten

Da sich die Granne mit jedem Niesen weiter bewegen kann, sollte der Hund möglichst rasch untersucht werden.

Im Auge

Auch die Augen gehören zu den empfindlichsten Bereichen.

Eine Granne kann:

  • starkes Tränen verursachen
  • das Auge reizen
  • die Hornhaut verletzen

Ein tränendes oder zusammengekniffenes Auge sollte deshalb immer ernst genommen werden.

Unter der Haut

Manchmal dringt eine Granne unbemerkt unter die Haut.

Erste Hinweise können sein:

  • kleine Schwellungen
  • Rötungen
  • nässende Stellen
  • wiederkehrende Entzündungen

Oft wird die eigentliche Ursache erst beim Tierarzt entdeckt.

Frauchen kontrolliert nach dem Spaziergang die Pfoten ihres Maltipoos.
Pfotenkontrolle nach dem Spaziergang

Welche Symptome können auf eine Granne hindeuten?

Je nachdem, wo sie sitzt, unterscheiden sich die Beschwerden.

Achte besonders auf:

  • plötzliches Humpeln
  • ständiges Lecken einer Pfote
  • Schwellungen zwischen den Zehen
  • heftiges Kopfschütteln
  • häufiges Niesen
  • tränende oder geschlossene Augen
  • plötzlich auftretende Schmerzen
  • kleine Wunden oder Abszesse

Nicht jedes Symptom bedeutet automatisch eine Granne.

Treten diese Beschwerden jedoch nach einem Spaziergang auf einer Wiese oder an einem Feld auf, sollte man diesen Gedanken im Hinterkopf behalten.

Was tun, wenn du eine Granne entdeckst?

Ob du selbst handeln kannst, hängt davon ab, wo die Granne sitzt.

Du kannst sie vorsichtig selbst entfernen, wenn …

  • sie gut sichtbar ist,
  • noch oberflächlich im Fell steckt,
  • sich leicht greifen lässt,
  • dein Hund ruhig bleibt.

Dabei solltest du sie möglichst vollständig herausziehen.

Lieber sofort zum Tierarzt, wenn …

  • sie tief in der Haut steckt,
  • im Ohr sitzt,
  • in der Nase vermutet wird,
  • das Auge betroffen ist,
  • dein Hund starke Schmerzen hat,
  • bereits eine Entzündung entstanden ist.

Gerade bei Ohren, Nase und Augen ist das Risiko gross, dass die Granne weiter ins Gewebe wandert.

So versuchen wir, Grannen vorzubeugen

Wir können Grannen natürlich nicht vollständig vermeiden.

Aber einige kleine Gewohnheiten helfen dabei, das Risiko deutlich zu reduzieren.

Nach jedem Spaziergang:

  • kontrollieren wir die Pfoten,
  • schauen zwischen die Ballen,
  • streichen mit den Händen durchs Fell,
  • suchen gleichzeitig nach Zecken.

Besonders im Sommer achten wir darauf, nicht mitten durch ausgetrocknete Grasflächen laufen zu müssen, wenn daneben ein normaler Weg vorhanden ist.

Für uns dauert diese Kontrolle vielleicht zwei Minuten.

Wenn dadurch eine Granne früh entdeckt wird, lohnt sich diese kleine Routine aber allemal.

Maltipoo liegt entspannt nach der Pfotenkontrolle im Wohnzimmer.
Gesunder Maltipoo nach der Kontrolle

Diese Fehler würden wir heute vermeiden

Bevor wir uns mit dem Thema beschäftigt haben, hätten wir wahrscheinlich viele typische Fehler gemacht.

Zum Beispiel:

  • Den Begriff Granne als unwichtig abtun.
  • Ein tränendes Auge zunächst nur beobachten.
  • Häufiges Kopfschütteln nicht ernst nehmen.
  • Pfoten nach Spaziergängen gar nicht kontrollieren.
  • Eine tief sitzende Granne selbst entfernen wollen.

Heute wissen wir: Gerade weil Grannen so klein sind, können sie grosse Probleme verursachen.

Häufige Fragen zu Grannen beim Hund

Sind Grannen für jeden Hund gleich gefährlich?

Ja. Grundsätzlich kann jeder Hund betroffen sein. Hunde mit längerem Fell an Pfoten, Ohren oder Bauch sammeln Grannen allerdings oft leichter ein.

Können Grannen von selbst wieder herauskommen?

Leider eher selten. Durch ihre Widerhaken bewegen sie sich meist weiter ins Gewebe hinein, statt wieder herauszufallen.

Kann ich Grannen vollständig vermeiden?

Nein. Wer mit seinem Hund im Sommer über Wiesen oder Felder spazieren geht, wird Grannen nie ganz ausschliessen können. Regelmässige Kontrollen helfen aber, sie früh zu entdecken.

Sind Grannen ein Notfall?

Nicht jede Granne ist sofort lebensbedrohlich. Befindet sie sich jedoch im Ohr, in der Nase oder im Auge oder verursacht starke Schmerzen, sollte der Hund möglichst zeitnah tierärztlich untersucht werden.

Fazit

Bevor wir diesen Artikel geschrieben haben, hätten wir selbst nicht genau erklären können, was Grannen eigentlich sind.

Heute schauen wir unsere Spaziergänge mit etwas anderen Augen an. Nicht aus Angst. Sondern mit dem Wissen, worauf wir achten sollten.

Wir möchten unser Leben mit Gino möglichst unbeschwert geniessen. Dazu gehört für uns auch, kleine Risiken zu kennen, ohne ständig in Sorge zu sein.

Wenn wir nach unseren Feldspaziergängen kurz seine Pfoten kontrollieren und einmal durchs Fell streichen, gibt uns das einfach ein gutes Gefühl.

Vielleicht geht es dir nach diesem Artikel genauso.

Und falls du beim nächsten Spaziergang das erste Mal bewusst auf Grannen achtest, dann hat dieser Beitrag genau das erreicht, was wir uns gewünscht haben.

Liebe Grüsse

Gino 🐾

 

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Unsere Empfehlungen

Wenn ihr im Sommer häufig über Felder oder Wiesen unterwegs seid, können diese Dinge sinnvoll sein:

  • Eine feine Zecken- oder Splitterpinzette für oberflächlich sitzende Fremdkörper
  • Eine kleine Pfotenschere, um langes Fell zwischen den Ballen regelmässig zu kürzen
  • Eine gut ausgestattete Hunde-Reiseapotheke für unterwegs

Natürlich ersetzen diese Produkte keinen Tierarztbesuch, können aber im Alltag hilfreich sein.

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Hast du bei deinem Hund schon einmal eine Granne entdeckt oder sogar entfernen lassen? Schreib uns deine Erfahrungen gerne in die Kommentare. Vielleicht hilft deine Geschichte auch anderen Hundebesitzern weiter.

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