Nicht mehr bellen, wenn es klingelt? Ehrlich gesagt sind wir noch nicht dort.
Hallo, ich bin Gino.
Es gibt ein Geräusch, das mein Herz jedes Mal höherschlagen lässt: die Türklingel.
Kaum höre ich dieses magische „Ding Dong“, ist es vorbei mit der Ruhe. Ich beginne zu bellen, hüpfe aufgeregt herum und renne direkt zur Absperrung. In meinem Kopf gibt es in diesem Moment nur noch eine einzige Frage: Wer kommt da gerade zu Besuch?
Falls dein Hund bei der Türklingel ähnlich reagiert, dann bist du nicht allein. Und falls du jetzt auf die perfekte Lösung hoffst, muss ich dich leider enttäuschen. Denn wir haben dieses Thema bis heute nicht wirklich gelöst.
Als wir dachten, dafür haben wir später noch Zeit
Als ich bei meiner Familie eingezogen bin, gab es gefühlt hundert Dinge, die wichtiger erschienen. Stubenrein werden, alleine bleiben, die ersten Spaziergänge, das Leben mit Kindern, Homeoffice und ein Welpe, der ständig neue Ideen hatte.
Meine Menschen hatten durchaus gehört, dass man das Thema Besuch und Türklingel früh trainieren sollte. Sie fanden das auch sinnvoll und waren überzeugt, dass sie sich darum kümmern würden. Irgendwann.
Wie das oft im Familienalltag passiert, kam aber immer etwas dazwischen. Die Kinder hatten Termine, Frauchen und Herrchen arbeiteten von zuhause und nebenbei gab es viele andere Dinge zu organisieren. Das Thema Klingeltraining wurde nicht bewusst ignoriert. Es rutschte einfach immer weiter nach hinten.

Was heute passiert, wenn es klingelt
Damit du dir das Ganze vorstellen kannst, nehme ich dich kurz mit in unseren Alltag.
Die Klingel ertönt und mein Aufregungslevel schiesst innerhalb von Sekunden nach oben. Ich belle, hüpfe herum und renne zur Absperrung. Dabei bin ich fest davon überzeugt, dass ich unbedingt sofort zu dieser Person muss.
Der wichtige Punkt dabei ist: Ich belle nicht, weil ich jemanden vertreiben möchte. Ich freue mich einfach unglaublich. Besuch ist für mich etwas Grossartiges. Neue Gerüche, neue Menschen und die Hoffnung auf zusätzliche Aufmerksamkeit machen es mir schwer, ruhig zu bleiben.
Wenn die Tür aufgeht, möchte ich alles gleichzeitig machen. Ich will schnüffeln, begrüssen, wedeln, nochmals schnüffeln und möglichst jede Sekunde auskosten. Dass meine Menschen in diesem Moment vielleicht etwas mehr Ruhe bevorzugen würden, spielt in meiner Begeisterung eher eine Nebenrolle.
Der Besuch hat meistens keine Chance
Besonders schwierig wird es für Menschen, die mich noch nicht kennen. Denn ich möchte sie unbedingt begrüssen und springe dabei auch gerne hoch. Nicht böse, nicht stürmisch gemeint, sondern einfach voller Freude.
Meine Menschen wissen natürlich, dass das nicht ideal ist. Gerade bei älteren Menschen oder Personen, die Hunde nicht so mögen, kann das schnell unangenehm werden. Trotzdem haben wir es bisher nicht geschafft, dieses Verhalten konsequent zu trainieren.
Deshalb gehört die Begrüssung von Besuch bis heute zu unseren grössten Baustellen.
Wann endlich wieder Ruhe einkehrt
Irgendwann beruhigt sich die Situation dann doch.
Sobald alle sitzen, ich genügend Aufmerksamkeit bekommen habe und klar ist, dass niemand mehr verschwindet, werde auch ich deutlich entspannter. Dann suche ich mir meistens einen Platz möglichst nahe beim Besuch.

Am liebsten liege ich unter dem Tisch und lege meinen Kopf auf die Füsse eines Gastes. Dort kann ich alles beobachten und gleichzeitig sicherstellen, dass mich niemand vergisst.
Frauchen behauptet übrigens, dass ich in diesen Momenten plötzlich wie ein völlig anderer Hund wirke. Wahrscheinlich hat sie recht.
Unser grösstes Learning
Wenn meine Menschen heute etwas anders machen würden, dann würden sie das Thema Besuch und Türklingel deutlich früher angehen.
Nicht weil daraus ein riesiges Problem geworden ist. Es gibt sicherlich Hunde, die wesentlich schwieriger reagieren als ich. Trotzdem merken wir heute, wie schnell aus einer niedlichen Welpengewohnheit ein festes Verhaltensmuster werden kann.
Am Anfang wirkt ein kleiner Welpe, der sich über Besuch freut, noch süss. Ein bisschen Bellen hier, ein bisschen Hüpfen dort. Doch je länger ein Verhalten bestehen bleibt, desto normaler wird es für alle Beteiligten.

Unser Rat an andere Ersthunde-Familien
Wenn euch jemand sagt, dass ihr das Thema Besuch früh trainieren solltet, dann hört besser darauf als meine Menschen.
Nicht, weil alles perfekt laufen muss. Perfekt ist bei uns ohnehin selten etwas. Aber manche Dinge lassen sich einfacher lernen, solange der Hund noch klein ist.
Und falls ihr es wie wir nicht geschafft habt, müsst ihr euch deshalb auch nicht verrückt machen. Viele Familien kennen das. Der Alltag ist oft weniger perfekt als die Ratgeberbücher.
Fazit: Wir arbeiten noch daran
Viele Blogartikel enden mit einer Erfolgsgeschichte. Dieser hier nicht.
Die Wahrheit ist, dass ich bei der Türklingel immer noch ausflippe. Ich belle, ich hüpfe und ich freue mich, als würde jeden Tag der Weihnachtsmann persönlich vor unserer Tür stehen.

Auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 1 völliges Chaos und 10 völlige Gelassenheit bedeutet, würden wir uns aktuell ungefähr eine 2 geben. Da ist also noch Luft nach oben.
Aber genau das gehört zu unserer Geschichte. Wir sind keine Hundetrainer und keine Experten. Wir sind eine ganz normale Ersthunde-Familie mit einem Maltipoo, der Besuch einfach grossartig findet.
Und manchmal besteht der grösste Fortschritt darin, ehrlich zuzugeben, woran man noch arbeiten darf.
Liebe Grüsse
Gino
PS: Vielleicht findest du in folgenden Blogartikeln weitere hilfreiche Informationen:







